Festsitzung 1982​

Geschrieben von Prof. Dr. med. Carl Schirren

Am 16.10.1982 fand im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik eine Festsitzung anlässlich der Vollendung des 60. Lebensjahres der Professoren Michael Jänner, Carl Schirren, Karl-Heinz Schulz und Arthur Wiskemann statt. Auf diese Weise sollte das Wirken dieser vier Mitglieder in den vergangenen 30 Jahren besonders gewürdigt werden.

In seiner Begrüßungsansprache führte der Vorsitzende Carl Schirren unter anderem Folgendes aus:

»Der heutige Tag hat die Hamburger Dermatologische Gesellschaft zu einer Festsitzung zusammengeführt. Bei dem Erhalt des Vorprogramms hat sich mancher von Ihnen gefragt, was denn da zu feiern sei. Mancher rief auch bei mir an, um nachzufragen. Nun, jetzt wissen es alle, nachdem das endgültige Programm vor Ihnen liegt. Der Vorstand hatte schon vor mehr als einem Jahr beschlossen, diese Tagung in einem besonderen Rahmen zu veranstalten, da er der Meinung war, der Anlass selbst sei es wert, hierzu eine Festsitzung zu veranstalten.

Es ist sicher etwas Besonderes, wenn eine Gesellschaft sich in dieser Weise einiger ihrer Mitglieder erinnert, und es ist sicher noch ungewöhnlicher, wenn sie das in der heutigen Form praktiziert. Das hat auch dazu geführt, dass mancher meinte, ich selbst könnte diese Tagung nicht leiten. Ich meine, und Sie kennen mich gut genug, wir können deswegen nicht wieder einen neuen Vorstand wählen.

Wenn Sie das Programm durchsehen, dann ist es mit einer Fülle von Fotos aus den letzten 30 Jahren gefüllt, um darzulegen, wer alles auf den Tagungen hier in Hamburg anwesend war. Sie finden auch diese vier dort in voller Haarpracht und den einen oder anderen von unseren Teilnehmern.

Das Titelblatt – aus dem Zyklus »Die wandelnde Glocke« von Ernst Barlach stammend – regt sicher zum Nachdenken an. Barlach zeigt den Jungen, der nicht in die Kirche gehen will und nun von der Glocke verfolgt wird. In der rechten Hand eine Rute, von gedrungener Gestalt, wie eine Glocke zu sein pflegt ... mit Beinen, die Glockenschwengeln nachgebildet sind, stürmt die Glocke hinter dem davonlaufenden Jungen her, Staub aufwirbelnd, derweil der Junge mit erhobenen Händen sich angstvoll umblickt. Lassen sich irgendwelche Assoziationen zur heutigen Sitzung herstellen? Ich meine schon. So können wir den jungen Adepten der Wissenschaft in diesem Jungen sehen, der von der Wissenschaft in Gestalt der Glocke an die Arbeit getrieben wird.

Der Vorstand hat Herrn Kollegen Nasemann gebeten, die Moderation der vier Referate zu übernehmen. Wir waren der Auffassung, damit eine glückliche Wahl getroffen zu haben und sind dankbar dafür, dass Sie diese Aufgabe übernahmen.«