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Information über die Situation zum Hautkrebs in Hamburg

Angaben zu Ausmaß und Verbreitung der Krebskrankheiten in der Hamburger Bevölkerung erfasst das Hamburger Krebsregister. Eine Datenabfrage ist über http://www.hamburg.de/krebsregister möglich. Die folgenden Zahlen für 2010 in Bezug auf Hauttumore wurden freundlicherweise von dem Hamburger Krebsregister [Auswertung von A. Nennecke, Hamburgisches Krebsregister, Mitteilung vom 7.4.2011] zur Verfügung gestellt.

Welche Tumore werden registriert?

Betrachtet werden sollen die Erfassung(Inzidenz) der Pigmenttumore, d.h. den bösartigen Melanomen der Haut (C43), dem sogenannten „Schwarzem Hautkrebs“, und der sonstigen bösartigen Neubildungen der Haut (C44), dem sog. „Hellen Hautkrebs“, zu dem Erkrankungen wie das Plattenepithelkarzinom, Basalzellkarzinom und das Spinalzellkarzinom zählen.

Differenziert wird der Schweregrad bei den Neumeldungen. Neben den invasiven Tumoren werden auch deren Vorstufen, die sogenannten „In-situ-Tumore“ eigens registriert.

Für die pigmentierten Läsionen sind dies die Melanoma in situ (D03) und für den hellen Hautkrebs die Carcinoma in situ der Haut (D04), dazu gehören aktinische/ solare Keratose (Keratotische intraepitheliale Neubildung KIN III), die aktinische/solare Cheilitis sowie der Morbus Bowen.

Die Bezeichnungen C43, C44, D03, D04 sind die Kodierungen für Diagnosen, die die WHO weltweit herausgegeben hat. Die Zuordnung entsprechend der zurzeit geltenden Ausgabe des ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) in der Ausgabe von 2011 ist in Tabelle 1 dargestellt.

Tab.1 ICD-10 Verschlüsselung

ICD-10Diagnose
C43 Bösartiges Melanom der Haut
C44 Sonstige bösartige Neubildungen der Haut
D03 Melanoma in situ
D04 Carcinoma in situ

 

Wie viele Menschen erkranken in Hamburg neu an Hautkrebs?

Insgesamt wurden 9.170 Hauttumore im Jahr 2010 neu gemeldet, die Aufteilung in die Tumorarten ist der Tabelle 2 zu entnehmen.

 

Tab.2: Gesamthäufigkeit der Tumore

ICDDiagnoseGesamt
Summe9170
C43 Bösartiges Melanom der Haut 1473
C44 Sonstige bösartige Neubildungen der Haut 6547
D03 Melanoma in situ 151
D04 Carcinoma in situ 999

 

Von welchen Einrichtungen werden die Patienten gemeldet?

Die Zahlen des Hamburger Krebsregisters wurden aus folgenden verschiedenen Einrichtungen gemeldet: Hamburger Hautarztpraxen, Praxen anderer Fachgruppen und der stationäre Bereich sowie ein Anteil aus benachbarten Krebsregistern.
Der Großteil von etwa zwei Drittel der Gesamtheit aller Meldungen kam aus den Hautpraxen, im Beobachtungszeitraum aus insgesamt 36 Hautarztpraxen. Die absoluten Zahlen, der Anteil an den Hamburger Gesamtzahlen und die Verteilung innerhalb der Praxen werden in Tab.3 ersichtlich.

 

Tab.3: Anteil der Meldungen aus Hamburger Hautarztpraxen

Hamburgdavon aus 36 Hautpraxen
ICDgesamtgesamtMittelwertSpannweiteAnteil der Meldungen
Summe91706102169,51 - 1.81767%
C43 1473 363 10,1 0 - 137 25%
C44 6547 4635 128,8 0 - 1.386 71%
D03 151 133 3,7 0 - 36 88%
D04 999 971 27 0 - 283 97%

 

 

Abbildung 1: absolute Zahlen der Hauttumore 2010
Abbildung 1: absolute Zahlen der Hauttumore 2010

 

 

Eine Übersicht aller meldenden Einrichtungen stellt Tabelle 4 dar.

 

Tab.4: Aufschlüsselung der meldenden Einrichtungen - Gesamtübersicht
ICDgesamtHautärztl. Praxenandere PraxenStationär. Bereichbenachb.KR / ohne Ang.
Summe 9170 6102 132 2871 65
C43 1473 363 77 1025 8
C44 6547 4635 50 1811 51
D03 151 133 5 12 1
D04 999 971 0 23 5

 

Bewertung

Die Arbeit des Hamburger Krebsregisters ist ein wichtiger Beitrag zur Darstellung der Hautkrebssituation in Hamburg. Bei der Betrachtung der relativen Häufigkeit für die einzelnen Diagnosen, aufgeschlüsselt in Abb.1 graphisch dargestellt, wird deutlich, dass den Hautarztpraxen ein großes Gewicht in der Diagnostik zukommt.

 

 

Abbildung 1: prozentuale Verteilung meldende Einrichtung bezogen je Tumor
Abbildung 1: prozentuale Verteilung meldende Einrichtung bezogen je Tumor

 

 

Zwei Drittel aller Tumore werden von den Hautarztpraxen gemeldet. Andere Praxen sind beim Erkennen und Behandeln, gerade auch bei den Hautkrebsvorstufen, nicht beteiligt. Dabei zeigt die große Zahl bei der Erkennung der In situ-Tumore, den Vorstufen der invasiven Malignome, dass hier einen wichtigen Beitrag im Rahmen der Früherkennung geleistet wird.

Aus den vorliegenden Zahlen wird auch deutlich, dass die Leistung des stationären Bereiches in der Behandlung der Hauttumore einen Schwerpunkt bei der Melanomversorgung hat.
Die enge und kooperative Zusammenarbeit zwischen Hautarztpraxis und stationärem Bereich wird durch das gemeinsame Forum der Hamburger Dermatologischen Gesellschaft gefördert.

Ihr Ansprechpartner

Hamburger Dermatologische Gesellschaft e.V.

Dr. med. Wolfgang Spallek
(2. Vorsitzender)
Hautarztpraxis Hammoniabad
Lerchenfeld 14, 22081 Hamburg
040/227 157 32