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öffentliche Auszüge aus der Geschichte der HDG

 

Vorwort

 

Die Überlegung, eine Geschichte der Hamburger Dermatologischen Gesellschaft zu schreiben, hatmich seit vielen Jahren beschäftigt und während meiner aktiven Zeit an der Hamburger Universitätshautklinik mit der Möglichkeit, eigene Themen für eine Dissertation zu vergeben, eine Realisierung erfahren. Die Arbeiten von Peter-Michael Seiffert (1984) und Kerstin Jakstat (1987) liegen jetzt schon Jahrzehnte zurück, sodass eine Neuorientierung im Zusammenhang mit dem Bestehen unserer Gesellschaft seit 100 Jahren angebracht war.

  1. Vorwort
  2. Übersicht der Tagungen seit 1919
  3. Persönliche Daten der Mitglieder der ersten Stunde
  4. Mitteilungen und Informationsschreiben an die Mitglieder
  5. Gruppenarbeit
  6. Satzung
  7. Vorstand

Vorwort

Die Überlegung, eine Geschichte der Hamburger Dermatologischen Gesellschaft zu schreiben, hatmich seit vielen Jahren beschäftigt und während meiner aktiven Zeit an der Hamburger Universitätshautklinik mit der Möglichkeit, eigene Themen für eine Dissertation zu vergeben, eine Realisierung erfahren. Die Arbeiten von Peter-Michael Seiffert (1984) und Kerstin Jakstat (1987) liegen jetzt schon Jahrzehnte zurück, sodass eine Neuorientierung im Zusammenhang mit dem Bestehen unserer Gesellschaft seit 100 Jahren angebracht war. Nachdemin einer Mitgliederversammlung der Hamburger Dermatologen am 24.11.2010 diese Frage erneut diskutiert und eine Neufassung angeregt wurde, habe ich dem Vorstand das Angebot gemacht, diese Aufgabe zu übernehmen. Ich habe den Auftrag gerne übernommen, weil ich es für sehr wesentlich halte, dass auch ein Vertreter der alten Generation sich gut in die zweifellos schwierigeMaterie einarbeiten sollte, um unseren Nachfolgern etwas von dem zu vermitteln, was die vor ihnen wirkenden Generationen erlebt und geschaffen haben.

Eine Zusammenstellung der Geschichte einer Gesellschaft, die sich über einen Zeitraum von über 100 Jahren erstreckt, kann nur dann erfolgreich und zufriedenstellend sein, wenn aus den zurückliegenden Jahrzehnten ausreichend dokumentierte Unterlagen vorhanden sind. Im vorliegenden Falle standen derartige Unterlagen jedoch nicht oder nur bruchstückhaft zur Verfügung. Es war daher erforderlich, dass ich mich darum bemühen musste, Lücken anderweitig zu erfassen und zu schließen. Dabei war mir ein großer Kreis von Mitgliedern und anderweitig Interessierten eine große Hilfe. Im Einzelnen konnte ich mich dabei der Mithilfe der folgenden Kolleginnen und Kollegen sowie an der Dermatologie Interessierten versichern: Die Kolleginnen Dr. Gisela Delventhal, Dr. Elisabeth Haug, Dr. Gunhild Jannasch, Dr. Dagmar Rosenstein-Heuer, Dr. Hildegard Rüsenberg, Dörte Wimmer-Lanquet, Dr. Dorothea Rüllmann sowie die Kollegen Dr. Werner Buchbinder, Dr. Clemens Buck, Prof. Dr. Hartwig Mensing, Dr. Peter Schmidt-Löffler, Dr. Stefan von Preyss, Dr. Hermann Schirren, Dr. Wolfgang Kimmig und Dr. Adalbert Kuhlwein, außerdem Frau Justine König von der Ärztlichen Zentralbibliothek des UKE und Frau Renate Honneng von der Bücherei des Ärztlichen Vereins, Frau Dr.Maria-Luise Stegmann, Frau Dr. Regina Michels, Frau GerlindMemmesheimer, Frau Vera Splanemann und Herr Herbert Listemann habenmich durch tätigeHilfe und wertvolle Ratschläge sehr unterstützt. Ihnen allen sei an dieser Stelle sehr herzlich dafür gedankt, dass sie sich meinen häufigen Anrufen gegenüber so aufgeschlossen gezeigt und dadurch zum Gelingen dieser Geschichte wesentlich beigetragen haben.

Darüber hinaus war ein Studiumalter Akten im Staatsarchiv Hamburg sehr essenziell.

Hamburg und Midlum/Föhr im Frühjahr und Sommer 2011
Carl Schirren

Übersicht der Tagungen seit 1919

Übersicht der Tagungen seit 1919 mit Angabe des Tagungsorts und der Vorsitzenden
Übersicht der Tagungen seit 1919
DatumTagungsortVorsitz
06.04.1919 AK St. Georg Arning, Unna
25.05.1919 AK Barmbek Arning
29.07.1919 ? Bruck
11.10.1919 ? Unna, Arning
17.12.1919 Staatsirrenanstalt Friedrichsberg Delbanco
02.03.1920 Institut für Tropenkrankheiten Arning
18.04.1920 Lupusheilstätte Wichmann, Unna
12.12.1920 ? Delbanco
21.05.1922 AK St. Georg Delbanco, Arning
28.01.1923 ? Arning
25.03.1923 AK Altona Klingmüller
11.11.1923 Tropenkrankenhaus Arning
23.03.1924 UKE Arning
02.11.1924 AK St. Georg Arning
14.11.1924 Tropeninstitut Klingmüller, Arning, Unna
30.04.1925 ? Wichmann
14.06.1925 ? Wichmann
06.12.1925 AK St. Georg Wichmann
13.06.1926 ? Wichmann
28.01.1927 ? Delbanco, Heynemann
27.02.1927 ? Delbanco
26.02.1928 ? Mulzer
23./24.02.1929 ? Mulzer, Delbanco
28.04.1929 ? Mulzer
24.11.1929 ? Mulzer
01.02.1929 ? Mulzer
15.06.1930 ? Ritter
06.10.1930 ? Ritter
16.11.1930 ? Ritter
02.02.1931 ? Ritter
23.03.1931 ? Ritter
19.10.1931 ? Ritter
28.05.1932 ? Mulzer

Persönliche Daten der Mitglieder der ersten Stunde

Die erste Stunde der Hamburger Dermatologischen Gesellschaft wurde von fünf Persönlichkeiten bestimmt, deren Lebensdaten in den Rahmen dieser geschichtlichen Darstellung hineingehören. Es sind dieses Paul Wichmann, Paul Gerson Unna, Eduard Arning, Carl Bruck und Hans Ritter.

Paul Wichmann wurde am 30. Juni 1872 als Sohn des Juristen Wilhelm Wichmann in Wiesbaden geboren. Sein Vater war jüngster Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung. Während der ersten Lebensjahre wuchs er in Wiesbaden und Koblenz auf, später besuchte er das Gymnasium in Bonn, wo er auch das Abitur ablegte. Er konnte sehr lebhaft aus seiner Familiengeschichte erzählen. So berichtete er, dass ein Urgroßvater Kammerherr des Bischofs von Lüttich gewesen sei, die Urgroßmutter mütterlicherseits wurde unter König Jerome zum Tode verurteilt, weil sie abends in der Gesindestube einen französischen Major fand, der mit einer Magd Zärtlichkeiten austauschte. Sie versetzte dem Major zwei Ohrfeigen und jagte ihn aus dem Haus. Ein Kriegsgericht verurteilte sie zum Tode. Ihr Ehemann ritt völlig verzweifelt zum König Jerome und bat um Milde. Daraufhin wurde das Urteil kassiert und der Major in ein anderes Regiment versetzt. Von derartigen Geschichten gibt es viele, die durch seinen Freund Ben Witter überliefert sind und zu verschiedenen Gelegenheiten in Hamburger Zeitungen zum Besten gegeben wurden (24). Als Assistenzarzt in Berlin arbeitete er unter Langerhans, Fürbringer, Virchow, von Bergmann und dem berühmten Dermatologen Lassar. Auf diese Weise erhielt er Kenntnis von berühmten Patienten im damaligen Berlin, die er selbst auch oft in Vertretung behandelte. So bekam er Zugang zu höchsten Kreisen, wurde sogar nach Petersburg an den Zarenhof gebeten – und wurde so zum »Arzt der Könige und Bettler«. Er war in jeder Beziehung ein wahres Original, hatte gute Allgemeinkenntnisse in der Medizin und überzeugte durch seine Behandlungserfolge, die im Wesentlichen aus einfachen Natur-Methoden bestanden.
Er war sehr musikalisch, besuchte in der Oper jede Neuinszenierung und konnte durch seine Baritonstimme überzeugen. Darüber hinaus liebte er Wagners Musik (24). Sein besonderes Interesse galt schon früh einer Behandlung der Hauttuberkulose. Die operative Therapie des Lupus lehnte er ab und wandte sich stattdessen der von Finsen inaugurierten Lichtbehandlung zu.

Mitteilungen und Informationsschreiben an die Mitglieder

Mitteilungen und Informationsschreiben an die Mitglieder gehören zu den Seltenheiten. Sie finden sich daher auch nur extrem selten in den vorhandenen Unterlagen. Wenn sie dennoch erschienen sind, so betrafen sie allgemeine Themen wie zum Beispiel die bisher praktizierte Dia-Klinik, die Beiträge für ältere Mitglieder, die in Zukunft auch beitragsfrei Mitglied bleiben sollten oder die Durchführung von Gemeinschaftstagungen mit anderen dermatologischen Gesellschaften. Gerade der letztere Punkt war insofern von Bedeutung, als hierdurch der intime Charakter der Hamburger Tagungen verletzt werden konnte und im Übrigen eine derartige Lösung nur dann wünschenswert wäre, wenn die beteiligten Gesellschaften in der Planung die eigenen Interessen und Vorstellungen zum Ausdruck bringen könnten. Unter diesen Voraussetzungen war beispielsweise eine Gemeinschaftstagung mit der Berliner Dermatologischen Gesellschaft gescheitert, weil Berlin das nicht akzeptierte. In diesem Zusammenhang trat auch die neugegründete Norddeutsche Dermatologische Gesellschaft an den Vorstand mit der Anregung heran, dass die Mitglieder der Hamburger Gesellschaft dort auch Mitglied werden möchten, um auf diese Weise zu einer Verbindung zwischen den norddeutschen dermatologischen Gesellschaften (Schleswig-Holstein, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Ostfriesland und Bremen) einen wichtigen Beitrag zu leisten. Der Vorstand hat darüber beraten und dieses Angebot auch in der Mitgliederversammlung am 27.11.1996 zur Diskussion gestellt. Es ergab sich jedoch, dass man dieses Problem vorerst zurückstellen wollte, um den Verlauf des DDG-Kongresses im April 1997 abzuwarten von dem man eine Information über die weiteren Strukturen und Aufgliederungen der verschiedenen Untergruppen der DDG erwarten würde. Wesentlich war hierfür die von zahlreichen Mitgliedern in der Versammlung geäußerte Auffassung, dass keine Notwendigkeit einer finanziellen Beteiligung der Hamburger Dermatologischen Gesellschaft gesehen wurde. Später ist auf diese Frage nicht mehr eingegangen worden.

Gruppenarbeit

In diesen Rahmen gehört auch die Diskussion zum Thema »Gruppenarbeit«, die von Schirren in seiner Zeit als Vorsitzender eingeführt wurde. Darunter ist zu verstehen, dass zu bestimmten Themen ein Angebot vorgeschlagen wurde, an dessen Diskussion sich die Mitglieder je nach Interesse und in kleinem Kreise beteiligen konnten und deren Dauer im Voraus festgelegt war. Nach Ende derselben war im Plenum darüber zu berichten. Dieses Verfahren bot den Mitgliedern die Möglichkeit, unbehelligt durch das Plenum in kleinem Kreise unter den Kollegen ein Thema zu bearbeiten und zu diskutieren. Zweifellos war das mit einem gewissen Risiko behaftet, da die Mitglieder nicht darauf vorbereitet und nicht daran gewöhnt waren, in kleinem Kreise gewissermaßen »unter sich« zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen. Die Gruppenarbeit wurde in getrennten Räumen abgehalten und sollte vor allem »praxisnah« gestaltet sein.

Satzung

Fassung vom 28. November 2001

  1. Die Hamburger Dermatologische Gesellschaft (HDG) ist eine wissenschaftliche Gesellschaft, die wissenschaftliche Bestrebungen auf dermatologischen und verwandten Gebieten fördern, der Fortbildung dienen und ein kollegiales Verhältnis unter ihren Mitgliedern erhalten will. Zur Verwirklichung dieser Ziele richtet sie wissenschaftliche Tagungen unter Mitwirkung eingeladener Referenten aus und unterhält Verbindungen zu Vereinen, die komplementäre Ziele verfolgen. Der Sitz des Vereins ist Hamburg. Die Ziele des Vereines sollen erreicht werden durch:

    1. Die Ausrichtung von Jahrestagungen und durch weitere wissenschaftliche Veranstaltungen, sowie durch die Herausgabe von Publikationen

    2. Preise und Beihilfen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Dermatologie und Venerologie, der Allergologie, Andrologie, Phlebologie und Umweltdermatologie

    3. Aufklärung und Beratung der Öffentlichkeit und öffentlicher Institutionen

    Die Gesellschaft verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke und unterhält keinen wirtschaftlichen Geschäfts betrieb. Die Weiterleitung von Mitteln an eine ausländische Körperschaft oder an eine Hilfsperson erfolgt nur, sofern sich der Empfänger verpflichtet, jährlich, spätestens 4 Monate nach Abschluss eines jeden Geschäftsjahres einen detaillierten Rechenschaftsbericht über die Verwendung der vom Verein erhaltenen Mittel vorzulegen. Ergibt sich aus diesem Rechenschaftsbericht nicht, daß mit diesen Mitteln ausschließlich satzungsgemäße Zwecke des Vereins verfolgt wurden oder kommt der Empfänger der Mittel der Pflicht zur Vorlage des Rechenschaftsberichtes nicht nach, wird die Weiterleitung von Vereinsmitteln unverzüglich eingestellt.

zur vollständigen Satzung

Vorstand

Vorsitzender:
Prof. Dr. med. Christian Sander
Stellv. Vorsitzender:
Dr. med. Wolfgang Spallek
Schrift- und Kassenführer:
Dr. med. Ute Siemann-Harms

Ihr Ansprechpartner

Hamburger Dermatologische Gesellschaft e.V.

Dr. med. Wolfgang Spallek
(2. Vorsitzender)
Hautarztpraxis Hammoniabad
Lerchenfeld 14, 22081 Hamburg
040/227 157 32